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Eine kurze Reise in die blühende Schweizer Pharmaindustrie und innovationsfreundliche Gesetzgebung

 

Wir leben in einem Jahrhundert enormer Veränderungen, die bestimmten Industriezweigen zur Entstehung verhelfen, während andere völlig untergehen. Es gibt nicht viele etablierte Märkte, die es geschafft haben, in dieser innovationsgetriebenen Ära zu gedeihen, aber jener der Pharmaindustrie ist einer davon. Prognosen zufolge werden die weltweiten Ausgaben für Arzneimittel von 1.250 Billionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 1.585 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 ansteigen. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 betrug der Wert des Marktes nicht mehr als 390 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen sprechen für sich: die Ära der Pharmazeutika hat gerade erst begonnen. Die globalen Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E) werden jedes Jahr größer und stiegen von 136 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012 auf 186 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019. Die Präsenz der Schweiz auf dem globalen Markt ist so stark, dass das Schweizer Unternehmen Novartis gemessen an der Marktkapitalisierung, das zweitgrösste Pharmaunternehmen der Welt ist. Lassen Sie uns die Landschaft der blühenden Schweizer Pharmaindustrie untersuchen, um besser zu verstehen, warum die Schweiz überhaupt zu solch einem berühmten Pharmastandort geworden ist. 

 

Mit 47'000 Beschäftigten, 7,8% der Bruttowertschöpfung und 88,4 Milliarden Franken an Exporten wird die Schweizer Wirtschaft weitgehend von Pharmainnovationen angetrieben. Bereits 2018 machten pharmazeutische Produkte 37,9% aller Schweizer Exporte, hauptsächlich in die Europäische Union, aus, und auf eine Million Einwohner kamen 48,3 pharmazeutische Patente beim Europäischen Patentamt - mehr als irgendwo sonst in Europa. Warum ist die Schweiz die Heimat der pharmazeutischen Innovation geworden? Zunächst einmal ist das Land gut gerüstet, um eine solche innovative Industrie anzusiedeln, dank einer grossen Zahl hoch qualifizierter Wissenschaftler, die dort leben, der Nähe der weltweit führenden Universitäten und der florierenden Wirtschaftsszene, die Innovationen finanziell unterstützt. Darüber hinaus ist die Schweiz bereit, in die Forschung zu investieren: 2018 haben alle in der Schweiz ansässigen Pharmaunternehmen fast 7 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung (F&E) neuer Medikamente und Behandlungen investiert. 

 

Die Schweiz verfügt nicht nur über die nötige Infrastruktur und Ressourcen, um das Wachstum der Pharmaindustrie zu unterstützen, sondern hat auch einen klaren, unternehmensfreundlichen Rechtsrahmen für Pharmaunternehmen geschaffen. Der Erhalt einer Lizenz für neue pharmazeutische Produkte dauert in der Regel 330 Tage und ist damit eines der schnellsten Gesuchsverfahren der Welt. Auf Antrag ist ein noch schnelleres Zulassungsverfahren möglich: In einer solchen Situation können Unternehmen ihre Lizenz innerhalb von 140 Tagen erhalten. Angesichts der Tatsache, dass es nur eine einzige Behörde gibt, die Bio- und Gentechnologie-Lizenzierungsgesuche reguliert - die Eidgenössische Koordinationsstelle für Biotechnologie - ist der Papieraufwand für die Durchführung von Biotech-Projekten in der Schweiz relativ gering und der gesamte bürokratische Prozess relativ einfach. 

 

Die Schweizer Regierung macht es Pharmaunternehmen so einfach wie möglich, in der Schweiz tätig zu werden, nicht nur auf administrativer Ebene, sondern auch bei den Steuern: Chemische und pharmazeutische Produkte unterliegen einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2,5%, und Pharma-Neugründungen können auf kantonaler Ebene oft für maximal 10 Jahre teilweise oder ganz von der Unternehmens- und Kapitalsteuer befreit werden. Da die Pharmaindustrie innovationsgetrieben ist, kann sie auch den F&E-Abzug von sogar bis zu 90% der Einnahmen aus ihren Patenten in Anspruch nehmen. Die Schweizer Regierung hat so ein perfektes Umfeld für das Wachstum der Biowissenschaften geschaffen, so dass ihr enormer Erfolg in der Schweiz weder zufällig noch überraschend ist. Welches sind die prominentesten Zentren der Pharmaaktivitäten im Land? Lassen Sie uns die Schweizer Life-Science-Szene erkunden! 

 

Basel, Zürich und Lausanne - die Pharmahauptstädte der Schweiz 

 

Basel, an der deutsch-französischen Grenze gelegen, etablierte sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Region keine Patentgesetze hatte und Forscher aus ganz Europa anzog. Bis heute sind in Basel zahlreiche medizinische Unternehmen ansässig, und das in der Stadt ansässige Friedrich-Miescher-Institut engagiert sich mit seinem Team von 350 Mitarbeitern aus 40 verschiedenen Ländern in der biomedizinischen Forschung. Die Nähe zu Frankreich und Deutschland, zwei der wichtigsten Importeure pharmazeutischer Schweizer Produkte, wirkt sich zu Gunsten Basels aus und ermöglicht eine schnellere, besser vernetzte Lieferkette und eine leichtere internationale Zusammenarbeit für Forscher. Die Stadt ist voller innovationsfreundlicher Programme, die die Entwicklung der Branche beschleunigen sollen: Eines davon ist BaseLaunch, das mit Hilfe der Branchenführer wie Novartis Venture Fund, Johnson & Johnson, Innovation, Pfizer, Roche und Roivant Sciences Neugründungen im Gesundheitswesen unterstützt. Die Zukunft sieht für die in Basel ansässigen Wissenschaftler wirklich vielversprechend aus, denn bis 2022 wird das Departement für Biosystemwissenschaften und -technik der ETH Zürich alle Forschungsgruppen zusammenführen, um einen besseren Informationsfluss und eine bessere Interaktion zwischen den Forschern zu ermöglichen. 

 

 Obwohl Basels Position als Branchenführer unbestreitbar ist, kann auch Zürich auf ihre blühende Life-Science-Szene stolz sein. Dank dem Bio-Technopark Schlieren-Zürich hat sich die Stadt den Ruf eines wichtigen Life-Science-Zentrums erworben, in dem mehr als 1000 Personen beschäftigt sind. Der Bio-Technopark gewann sowohl an Glaubwürdigkeit als auch an Popularität, nachdem einige seiner Start-ups an grosse Pharmaunternehmen wie Novartis, J&J, GSK, Pfizer, Thermo Fisher Scientific, Cell Medica, Sunstar und Heptares verkauft wurden. Genau wie Zürich ist Lausanne mit seinem Biopôle Lausanne, der mehr als 90 Life Sciences-Unternehmen, über 25 Forschungsgruppen und insgesamt über 1700 Gemeindemitglieder beherbergt, ein weiteres Zentrum pharmazeutischer Aktivitäten. Der 2004 gegründete Biopôle Lausanne unterstützt Innovationen mit seinen beiden Programmen - StartLab und Digital Health Hub. Ähnliche Initiativen werden überall in der Schweiz ins Leben gerufen, was zu beeindruckenden Ergebnissen führt: Die Schweizer Life-Science-Industrie weist unter allen internationalen Top-Standorten der Life Sciences das höchste Produktivitätsniveau auf. 

 

Angetrieben von Innovation, unterstützt durch eine pragmatische Gesetzgebung und qualifizierte Arbeitskräfte, hat sich die Schweiz an die Spitze der Pharmaindustrie vorgearbeitet. Als Sitz der mächtigsten Pharmaunternehmen der Welt, wie Novartis International AG und Roche Holding AG, baut die Schweiz ihre Position als globaler Life-Science-Hotspot weiter aus. Da sie für ihre hohen Qualitätsstandards und ihr unternehmensfreundliches Umfeld bekannt ist, eignet sie sich hervorragend als strategischer Testmarkt und damit als Geburtsstätte von Medikamenten und Behandlungen, die in den kommenden Jahrzehnten die Gesundheitsmuster unserer Gesellschaft revolutionieren werden. 

 

Quelle:

https://www.s-ge.com/en/publication/fact-sheet/switzerland-pharma-hub

https://www.swisslinx.com/post/2019-8/an-overview-of-switzerland-s-pharmaceuticals-industry

https://suissepic.com/top-4-pharmaceutical-companies-in-switzerland/

 

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