Umsetzung der Schweizerischen Steuerreform im Kanton Zug per 01.01.2020

Umsetzung der Schweizerischen Steuerreform im Kanton Zug per 01.01.2020

Mittwoch, 25 September, 2019

Am 19. Mai 2019 haben die Schweizer Stimmberechtigten das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) angenommen. Hintergrund sind zum einen die Reformierung der Besteuerung bestimmter juristischer Personen und zum anderen neue Finanzierungsgrundlagen des Schweizerischen Sozialversicherungssystems. Die nachfolgend interessierende Reformierung der Besteuerung bestimmter juristischer Personen ist dem zunehmenden internationalen Druck auf die Schweiz bezüglich der Privilegierung bestimmter Gesellschaftsformen geschuldet.

Bei dieser Steuerreform geht es im Wesentlichen um die Abschaffung der bisher gewährten Privilegien bestimmter juristischer Personen (im Wesentlichen Holding- und sog. gemischte Gesellschaften). Bislang sah das Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) in Art. 28 Steuererleichterungen auf kantonaler und kommunaler Ebene für bestimme Arten von juristischen Personen, z.B. für Holdinggesellschaften, vor. Dies sollte den Steuerstandort Schweiz gerade für international agierende Unternehmen ausserordentlich attraktiv machen. Während auf Bundesebene bereits jetzt auch solche Statusgesellschaften ordentlich besteuert werden, wird künftig auch auf kantonaler Ebene für alle Gesellschaften ein einheitlicher Gewinnsteuersatz zur Anwendung kommen. Dies hat zur Folge, dass die bisherige Privilegierung bestimmter Gesellschaften entfällt und diese künftig einer höheren Steuerbelastung ausgesetzt sind.

Um die neue Steuerbelastung für die betroffenen Unternehmen abzufedern und um die Attraktivität des Schweizer Steuerstandortes im Allgemeinen, insbesondere aber auch diejenige der einzelnen kantonalen Steuerstandorte, zu erhalten, ist vielerorts als Ausgleich zu der Abschaffung der Steuerprivilegien eine Absenkung des ordentlichen Gewinnsteuersatzes geplant.

Das neue STAF tritt per 01.01.2020 vollständig in Kraft. Setzen die Kantone die bundesrechtlichen Vorgaben bis zu diesem Zeitpunkt nicht auf kantonaler Ebene um, wird das Bundesrecht direkt anwendbar. Vor diesem Hintergrund hat der Regierungsrat des Kantons Zug frühzeitig entschieden, die Umsetzung im kantonalen Recht ebenfalls auf den 01.01.2020 auf kantonaler (und damit auch auf Gemeindeebene) in Kraft zu setzen. Konkret wird der Kanton Zug folgende Massnahmen implementieren:

- Aufhebung des kantonalen Steuerstatus für Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften;

- Einführung eines einheitlichen Gewinnsteuersatzes von 3.5 Prozent auf Kantonsebene; steuergünstigste (bezüglich der Gewinnsteuer) Gemeinde im Kanton Zug wird die Gemeinde Baar sein, welche einen effektiven Gewinnsteuersatz von 11.9 Prozent haben wird (Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer); insgesamt strebt der Kanton Zug einen Gewinnsteuersatz von durchschnittlich ca. 12 Prozent an;

- Einführung einer Patentbox für Patente und vergleichbare Rechte; neu müssen die Kantone eine sog. Patentbox einführen. Auf Bundesebene gibt es dagegen keine Ermässigungen für Patentboxen. Der Kanton Zug macht von der maximal möglichen Ermässigung Gebrauch und wird Erträge aus Patentboxen auf Kantons- und Gemeindeebene mit einer Ermässigung von 90 Prozent besteuern;

- Überabzug für inländische Forschungs- und Entwicklungskosten: Aufwendungen für Forschung und Entwicklung werden mit 150 Prozent des geschäftsmässig begründeten Aufwandes zum Abzug zugelassen. Dieser «Überabzug» führt zu einer Reduktion des steuerbaren Reingewinns;

- Gesonderte Besteuerung bei der Aufdeckung stiller Reserven: Für Gesellschaften, welche vom Statuswechsel betroffen sind, wird für die Zeit von 5 Jahren nach der Einführung der neuen Regelungen eine (reduzierte) Sondersteuer auf stille Reserven vorgesehen. Ziel ist es, dass die angesammelten stillen Reserven nicht abrupt einer höheren Steuerbelastung ausgesetzt werden. Der Kanton Zug wird diese stillen Reserven beginnend mit 0.8 Prozent für das Steuerjahr 2020, 1.0 Prozent für das Steuerjahr 2021, 1.2 Prozent für das Steuerjahr 2022, auf 1.4 Prozent für das Steuerjahr 2023 und schliesslich auf 1.6 Prozent für das Steuerjahr 2024 besteuern. Betroffene Unternehmen haben entsprechend einen Anreiz, die stillen Reserven möglichst bald aufzudecken und der Besteuerung zu unterziehen.

1
2
3
1
2
3